Ventimiglia, die „Porta Fiorita d’Italia“ (das Blühende Tor Italiens), ein Kreuzweg der so nahen und doch oft Lichtjahre entfernten Welten. Die Stadt liegt im Tal des Flusses Roja, zwischen alpinen Landschaften, die nur wenige Kilometer entfernt sind, und der Wärme der Mittelmeerküste. Sie öffnet sich zu den piemontesischen Tälern, dem provenzalischen Frankreich und dem Fürstentum Monaco und schließlich zur Riviera dei Fiori.

Die milde Meeresluft, die sich bis zu den Bergen erhebt, belebt eine üppige Vegetation. Eine Pracht von Pflanzen, Blumen, Farben, duftenden Essenzen, die wir in den üppigen Botanischen Gärten von Hanbury intakt vorfinden, eine authentische Schatztruhe seltener und oft einzigartiger Pflanzen, die auf dem hügeligen Vorgebirge von Capo Mortola bis hin zum Meer wachsen. Einst Treffpunkt der europäischen aristokratischen Elite ist es heute das Ziel einer Vielzahl von aufmerksamen Besuchern. Hier ist die Küste der Ort, an dem sich das Land ins Wasser erstreckt und die Erinnerung an vergangene Herrlichkeiten mit der großen Betriebsamkeit der Gegenwart verschmilzt. Diese Synthese bestätigt die enge Bindung der Bevölkerung von Ventimiglia mit der Seefahrerkultur, aus der der Parco Marino di Capo Mortola entstanden ist, der das Mittelmeer als eine zu schützende Ressource und ein zu schützendes Erbe betrachtet und gleichzeitig seine Nutzbarkeit für den Tourismus sicherstellt.

In dieser üppigen Natur, die mit den Früchten ihres Bodens und den kostbaren Gaben eines großzügigen Meeres den Menschen seit der Antike empfängt, finden wir unauslöschliche Spuren einer tausendjährigen Geschichte in den Höhlen von Balzi Rossi, einer archäologischen Stätte aus der Altsteinzeit, die reich an Felsritzungen und Artefakten, Überresten menschlicher Begräbnisse und prähistorischer Tiere ist, und die im gleichnamigen Museum nahe der italienisch-französischen Grenze aufbewahrt werden. Im Gebiet unterhalb des Museums befinden sich zwei der schönsten Strände des Mittelmeers: Spiaggia delle Uova (der Eierstrand), der aus runden, weißen Kieselsteinen besteht, und der Strand in der Baia Beniamin (Beniamin-Bucht) mit seinem klaren, smaragdgrünen Wasser.

Am östlichen Stadtrand zeugt die Area Archeologica di Nervia (Archäologische Gebiet von Nervia) von der Bedeutung dieses Gebietes in der Römerzeit. Die noch laufenden und für das Publikum zugänglichen Ausgrabungen, das herrliche römische Theater, die Überreste der Thermenanlage und die zahlreichen Artefakte, die teils im Museumsgebäude neben den Ausgrabungen und teils im Museum Girolamo Rossi im Forte dell‘ Annunziata aufbewahrt werden, sind ein begehrtes Ziel für Touristen und Liebhaber.

Bei einem Spaziergang entlang der von der Meeresbrise gestreichelten Strandpromenade lädt der Horizont, der manchmal von steilen Klippen eingerahmt ist, zum Blick nach oben ein, in Richtung Altstadt mit dem Glockenturm der Cattedrale dell‘Assunta, die als strenger und stiller Wächter des Territoriums errichtet wurde und die die steinernen Häuser und Palazzi schützt, Zeugen der historischen Ereignisse, die Ventimiglia im Laufe der Jahrhunderte erfahren hat. In Richtung Frankreich erhebt sich die majestätische Porta Canarda, das erste und charakteristischste der acht Tore der Altstadt von Ventimiglia. Im mittelalterlichen Dorf innerhalb der Mauern finden wir intakte Kirchen, Palazzi, Piazze und Gärten.

Entlang der Küste, in dem Landstreifen zwischen Meer und Hügel, empfängt uns die moderne Stadt, die sich ständig weiterentwickelt mit Blick in die Zukunft und angetrieben von den zahlreichen wirtschaftlichen und kulturellen Interessen: Kunst und Literatur werden durch die kommerziellen Aktivitäten im Stadtzentrum ausgeglichen, die die heutige Wirtschaft antreiben. Hier hebt sich nicht zuletzt das reichhaltige Angebot der Lebensmittel eines gastronomischen Patrimoniums hervor, das eifersüchtig die Traditionen bewahrt und wo die Kultur des Weins, des Öls und der einfachen und köstlichen Produkte des Meeres im Chor die Litanei der täglichen harten Arbeit rezitiert.

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